SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule

Ganztagsgrundschul-Summit in Hannover: Prototyp vom Bewegungsband vorgestellt

Anfang Mai fand in Hannover der zweite Summit von SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule statt. An zwei Tagen tauschten sich zwölf Schulen und viele weitere Akteure darüber aus, wie mehr Bewegung, Spiel und Sport in den gesamten Schulalltag und vielleicht sogar darüber hinaus integriert werden kann.

Der Rahmen hätte nicht passender sein können. Zu den Klängen des „Sonnenaufgangs“ aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss wurde direkt zu Beginn des Summits vom von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule der Prototyp des Bewegungsbands erstmals auf großer Bühne präsentiert. Dafür hatten sich rund 80 mehr oder weniger direkt Beteiligte an der Entwicklung des Bandes und im Projekt Mitarbeitende in der Sporthalle des Turn-Klubb zu Hannover (TKH) in der niedersächsischen Landeshauptstadt zusammengefunden. 

„Das Bewegungsband ist das zentrale Tool, um Bewegung, Spiel und Sport in die Ganztagsgrundschulentwicklung einzuspeisen“, sagt Prof.'in Dr. Jessica Süßenbach von der Leuphana Universität Lüneburg, federführende Mitentwicklerin. „Es ist für alle Akteure, die in der Schule tätig sind, pragmatisch händelbar, um verschiedene Bewegungsanlässe den ganzen Tag konzeptionell und integrativ in eine Schulprogrammatik einzubinden. Außerdem ist es ein wichtiges Kommunikationsmedium in Richtung des Kollegiums und aller anderen Mitarbeitenden an der Schule. Es ist aber auch zur Information der Eltern, der Verwaltung und der Politik hervorragend geeignet.“

Fotogalerie des SPORT-VERNETZT-Ganztagsgrundschul-Summit auf Instagram
Fotos: Florian Ullbrich

Im Gegensatz zu anderen Bändern, die an Schulen der Republik integriert werden, wie zum Beispiel dem Leseband, soll das Bewegungsband die Kinder über den ganzen Schultag begleiten und damit dafür sorgen, dass Bewegung, Spiel und Sport ein fester Bestandteil ihrer Bildungsbiographie wird.

Unter anderem auch dazu tauschten sich die Summit-Teilnehmenden an Tag eins aus. Es gab Einblicke der Schulen aus Jena, Mülheim an der Ruhr, Andernach, Bremen, Berlin-Spandau, Berlin-Wedding, Marburg, Hagen, Forchheim und Hannover in gute Beispiele von Bewegungsimpulsen, wie bewegtem Unterricht oder bewegten Pausen, oder aber in Sporteinheiten und -feste. In Kleingruppen wurden verschiedene Aspekte der Arbeit im Projekt, wie die sportliche Qualität der Angebote, die Sozialräume um die Schulen herum, die konkrete Arbeit im Ganztag oder auch die gegenseitigen Hospitationsbesuche beleuchtet.

Zusätzlich dazu gab es Impulse von Hannovers Dezernentin für Kultur und Bildung, Eva Bender, aus der Arbeit des TKH als Ganztagsträger an einer Reihe von Schulen in Hannover und Umland, von Dr. Nicole Satzinger zum bewegten Schulweg, Dr. Ahmet Derecik zur bewegungsfreundlichen Gestaltung des Schulgebäudes und von Steffen Nitsch mit dem Fokus auf Lern- und Bewegungstherapie.

Am zweiten Tag wurde es praktischer. Nach einer kurzen Sozialraum-Tour durch Hannover-Vahrenheide (Ost) im Nordosten der niedersächsischen Landeshauptstadt, lud die Fridtjof-Nansen-Schule zur Besichtigung und weiteren Arbeit ein. 

Schulleiter Karsten Heilmann empfing seine Kolleg:innen und hatte neben vielen Einblicken in das Leben seiner Schule zwei zentrale Botschaften: „Ich möchte euch ermutigen, immer wieder mit allen zu reden und alles zu versuchen. In vielen Gesprächen haben wir mit der Stadt Hannover zum Beispiel gute Lösungen bzgl. Fall- und Brandschutz gefunden.“ Diese Gespräche betrafen hauptsächlich die Gestaltung des Schulhofs, der Flure und Klassenzimmer. Außerdem sprach Heilmann einen weiteren wichtigen Punkt in der Gestaltung seiner Arbeit an: „Das Schulklima ist das entscheidende.“ Sein Anliegen war es, ganz viel davon mitzugeben. 

Dies gelang nachdrücklich. Neben der Besichtigung von vielen Bewegungsmöglichkeiten im Schulgebäude und auf den zahlreichen Außenflächen dieser Schule, wohnten die Teilnehmenden des Summits einer Aufführung aller Ersten Klassen im schuleigenen kleinen amphitheaterähnlichen Forum. Das war fast schon der perfekte Abschlussmoment, auch wenn danach noch zwei konzentrierte Arbeitsphasen zum Austausch der Schulen untereinander folgten. 

„Genauso wie nach dem Treffen im vergangenen Jahr in Berlin bin ich total beeindruckt, euphorisiert und inspiriert von den Dingen, die in den letzten anderthalb Tagen passiert sind“, sagte Laura Fey, Konrektorin aus Marburg hinterher. „Damals waren wir noch etwas negativ gestimmt in Bezug auf unseren Standort und die Unterstützung. Jetzt nach einem Jahr kann ich sagen, dass wir doch schon einiges auf die Beine gestellt haben. Auch jetzt reisen wir aus Hannover mit einigen Ideen ab, insbesondere, was die Gestaltung des Außengeländes angeht.“

Die Resümees von den beiden Projektleitenden von ALBA BERLIN und der Leuphana Uni Lüneburg fielen ähnlich positiv aus. Henning Harnisch sagte: „Das waren zwei sehr runde Tage! Mein Highlight war das Schüler:innen-Plenum mit Tänzen von Erstklässler:innen an der Fridtjof-Nansen-Schule, dem wir beiwohnen durften.“

Stefan Schröder zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Unser Summit hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch in multiprofessionellen Steuerungsgruppen für die Qualitätsentwicklung von Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag ist. Besonders beim Gallery Walk wurde sichtbar, wie viele gute Praxisbeispiele an den Standorten bereits entstanden sind – und wie wichtig es ist, diese nicht nur zu zeigen, sondern gemeinsam entlang von Qualitätsfragen weiterzuentwickeln. An der Fridtjof-Nansen-Schule konnten wir zudem erleben, wie räumliche, organisatorische und pädagogische Freiräume Bewegung über den ganzen Tag ermöglichen.“

Und seine Chefin Jessica Süßenbach? Sie dachte direkt weiter: „Im nächsten Schritt geht es um die Qualitätsentwicklung des Bewegungsbands.“ Doch sicher nicht nur das. Neben der Arbeit an noch mehr Bewegungsanlässen in den teilnehmenden Schulen, planen die Projektverantwortlichen weitere Bildungseinrichtungen mit dem Bewegungsband und seinen konkreten Ideen für die Integration von Bewegung, Spiel und Sport über den ganzen Schultag zu inspirieren und begleiten.

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